Versicherungen für Gründer — was Pflicht ist, was Vertriebs-Pitch.
Drei Policen, die jeder Gastrobetrieb braucht — und drei, die du erst später machst.
Versicherungsmakler sehen in Gastro-Gründern Goldgruben. Frische Existenz, hoher Wert in der Küche, Existenzängste — perfekte Verkaufssituation für teure Pakete, die kein Mensch braucht.
Drei Policen sind Pflicht oder de-facto Pflicht. Drei sind nice-to-have. Der Rest ist meistens Provisionsstaubsauger.
Die drei Pflicht-Policen
1. Betriebshaftpflicht. De-facto Pflicht. Ein gestürzter Gast reicht für sechsstellige Forderungen. Ab 19 €/Monat über Finanzchef24 oder vergleichbare Anbieter.
2. BG ETEM oder DEHOGA-BG. Gesetzliche Pflicht ab dem ersten Mitarbeiter. Beitrag nach Lohnsumme, ca. 1,3–2,1 %.
3. Inhaltsversicherung. Bei 50.000+ Inventarwert (also fast jedem Restaurant) existenziell. Brand, Leitungswasser, Einbruch — alles ohne Versicherung dein privates Risiko.
Diese drei Policen sind kein Pitch. Sie sind Berufshaftung und Betriebsschutz.
Die drei Nice-to-Haves
Betriebsunterbrechung, Krankentagegeld für den Inhaber, Glasversicherung. Sinnvoll, aber nicht Tag eins. Nach den ersten sechs Monaten Tagesgeschäft kannst du beurteilen, was wirklich relevant ist und was nicht.
Beispiel: Wenn du im Erdgeschoss mit großen Schaufenstern liegst, Glasversicherung sofort. Wenn du im ersten Stock mit kleinen Fenstern bist, kannst du sie sparen.
Die drei Verkaufs-Fallen
Cyber-Versicherung (für ein Bistro mit drei Computern weitgehend unnötig), Berufsunfähigkeit über den Gewerbe-Berater (Du bekommst sie privat günstiger), Rechtsschutz im Premium-Paket (Standard-Rechtsschutz reicht).
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Für klare Standardfälle: mehrere Anbieter parallel vergleichen, ohne Beratung.
Der Trick mit dem Bedarfs-Check
Bevor du irgendwen anrufst: Schreib dir auf, was bei einem Schaden tatsächlich existenzbedrohend wäre. Wenn der Saalbrand-Schaden 200.000 € kostet und du keine 200.000 € Reserve hast — Inhaltsversicherung. Wenn ein Sturz einen Gast verletzt — Betriebshaftpflicht.
Versicherungen sollen das absichern, was du finanziell nicht selbst tragen kannst. Alles andere ist Lifestyle — und das verkaufen Makler gerne.
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