Die Kurzantwort
| System | So kommt Lieferando in die Kasse | Preis pro Monat | Passt für |
|---|---|---|---|
| SIDES | direkt, Portalanbindung in allen Paketen enthalten (Lieferando, Wolt, Uber Eats, Google Food) | Basic 74 € (1 Kassenplatz) · Web 239 € (mit eigenem Webshop) · Pro 399 € (mit Fahrer-App, 4 Plätze) · Enterprise 659 € | reine Lieferdienste, Ghost Kitchens, Pizza und Asia mit hohem Lieferanteil |
| orderbird PRO | Online-Bestellmanager, gebaut mit Deliverect (seit 09/2023): alle Portalbestellungen auf dem Kassen-iPad | Paket S 99,90 € netto · M 139,90 € · L 169,90 €; Bestellmanager auf Anfrage | Restaurants mit Tischservice und Lieferung nebenher |
| Gastronovi | eigenes Bestellsystem (Webshop) als Modul; Portalanbindung auf der Preisseite nicht als Modul gelistet, vor Vertrag abfragen | Kasse 69 € + Cloud-TSE 14 € netto · Bestellsystem 69 € oder 29 € + 5 % vom Online-Umsatz | Betriebe, die Stammkunden in den eigenen Shop holen wollen |
| ready2order | über Deliverect (Drittquelle), keine eigene Portal-Schnittstelle | 35,90 € + TSE 15,90 € + Gastro-Paket 23,90 € netto = 75,70 €; einmalig 99 € Aktivierung | kleine Betriebe mit wenigen Lieferbestellungen |
| Lightspeed Restaurant | über Deliverect oder über die SIDES-Integration | 89 € / 159 € / 249 € | mehrere Standorte, tiefes Reporting |
| POSSUM, LINA, primasello, SmartKasse24, order smart | direkte Schnittstellen, teils zu über 20 Plattformen | auf Anfrage, keine öffentlichen Preislisten | Lieferdienste mit eigenem Fahrerpool |
| Deliverect (Middleware, keine Kasse) | sammelt Portalbestellungen und reicht sie an die Kasse weiter | keine öffentliche Preisliste; Drittquellen nennen rund 49 bis 99 € je Standort | jedes Kassensystem ohne eigene Anbindung |
Quellen: Preisseiten von get-sides.de, orderbird.com, gastronovi.com und ready2order.com, abgerufen am 25.09.2026; Lightspeed-Preise aus unserem Kassensystem-Vergleich; Deliverect-Spanne aus Drittquellen (kassensystemevergleich.de), nicht vom Anbieter bestätigt.
Drei Wege, und nur zwei davon sind gut
Weg 1: Die Kasse hat die Schnittstelle selbst. SIDES, POSSUM, LINA, primasello, SmartKasse24 und order smart holen die Bestellung direkt vom Portal, verknüpfen Artikel, Varianten und Extras mit deiner Kasse und drucken den Küchenbon. Ein System, eine Rechnung, ein Ansprechpartner, wenn es klemmt. Das ist der Weg für Betriebe, bei denen Lieferung das Kerngeschäft ist.
Weg 2: Eine Middleware dazwischen. Deliverect sitzt zwischen den Portalen und deiner Kasse. orderbird hat seinen Online-Bestellmanager mit Deliverect gebaut, Lightspeed und ready2order laufen ebenfalls darüber. Funktioniert, kostet aber einen zweiten Vertrag und einen zweiten Support. Wenn die Bestellung nicht ankommt, sagt die Kasse „liegt an Deliverect“ und Deliverect sagt „liegt am Portal“. Das ist der Weg für Restaurants, die ihre Kasse behalten wollen und Lieferung nebenher machen.
Weg 3: Tablet und Abtippen. Kostet keine Software. Kostet Personal, Fehler und Nerven. Der Rechner darunter sagt dir, wie viel.
Was dich das Abtippen kostet
Eine Portalbestellung von Hand in die Kasse zu übertragen dauert mit Extras, Adresse und Zahlart im Schnitt anderthalb Minuten. Dazu kommt die Fehlerquote, die ich hier bewusst nicht in Euro rechne, weil sie bei jedem Betrieb anders wehtut. Trag deine Bestellungen ein.
Rechnung: Bestellungen × Minuten × Öffnungstage ÷ 60 × Stundenlohn. Der Stundenlohn ist mit 16 € inklusive Arbeitgeberanteil vorbelegt (Mindestlohn 2026 plus Nebenkosten); trag deinen ein. Das Budget ist das, was eine Anbindung kosten darf, damit sie sich allein über die eingesparte Zeit trägt. Fehler, Storno-Telefonate und Bewertungen kommen obendrauf.
Worauf es im Lieferbetrieb wirklich ankommt
- Der Küchenbon. Alle Portale müssen auf demselben Bonformat landen wie die Tischbestellung: gleiche Reihenfolge, gleiche Abkürzungen, Extras fett. Sonst liest die Küche drei Sprachen. Lass dir im Demo-Termin einen Lieferando-Bon drucken, nicht zeigen.
- Menü-Sync. Preise und Verfügbarkeit müssen aus der Kasse auf alle Portale gehen, nicht umgekehrt. Wer die Karte dreimal pflegt, pflegt sie einmal falsch. Wichtig auch wegen der Preisparität, die Lieferando im Vertrag hat: Der Kassenpreis ist die Referenz.
- Fahrer-Abrechnung. Bargeld an der Tür, Kartenzahlung an der Tür, Trinkgeld, Fahrtenlog. SIDES Pro hat die Fahrer-App im Paket, bei den meisten anderen ist das ein Zusatzmodul oder gar nicht vorgesehen. Wer eigene Fahrer hat, braucht das ab dem ersten Tag.
- Stoßzeiten. Zwischen 18 und 21 Uhr kommen 60 bis 70 Prozent der Lieferbestellungen. Frag nach, wie das System reagiert, wenn das Internet zehn Minuten weg ist. Cloud-Kassen haben einen Offline-Modus oder sie haben keinen. Das steht selten auf der Preisseite.
- TSE gilt auch für Lieferung. Jede Portalbestellung ist ein Kassenvorgang und braucht die TSE-Signatur. Bei SIDES ist die Cloud-TSE enthalten, bei Gastronovi 14 €, bei ready2order 15,90 € im Monat extra. Was die TSE-Pflicht 2026 konkret verlangt, steht hier.
- Zwei Verträge sind zwei Kündigungen. Kasse mit 12 Monaten plus Middleware mit eigener Laufzeit. Wer den Anbieter wechselt, wechselt beide.
Eigener Webshop: die Rechnung gegen die Provision
Lieferando nimmt 13 Prozent, wenn du selbst lieferst, und bis zu 30 Prozent mit Lieferando-Fahrern. Bei 25 € Bestellwert sind das 3,25 bis 7,50 € je Bestellung, die nie bei dir ankommen. Ein eigener Shop kostet dagegen einen Festbetrag: Gastronovi Bestellsystem 69 € im Monat, alternativ 29 € plus 5 Prozent vom Online-Umsatz. SIDES Web 239 € inklusive Kasse und Portalanbindung.
Die Rechnung bei 13 Prozent Provision und 25 € Bestellwert: 69 € Festpreis sind 21 Bestellungen im Monat. 239 € sind 74 Bestellungen. Ab da verdient der Shop. Bei 30 Prozent Provision halbieren sich die Schwellen. Was der Shop nicht liefert, ist die Reichweite von Lieferando. Die Regel aus der Praxis: Neukunden über das Portal, Stammkunden in den eigenen Shop. Wie sich die drei Plattformen im Detail unterscheiden und was an der Lieferando-Provision verhandelbar ist, steht auf zwei eigenen Seiten.
Welches System für welchen Betrieb
Reiner Lieferdienst, 50 und mehr Bestellungen am Tag, eigene Fahrer: SIDES Pro oder eines der Spezialsysteme mit direkter Schnittstelle. Alles andere ist Flickwerk. Die 399 € sind bei diesem Volumen weniger als eine Stunde Abtippen am Tag.
Restaurant mit Tischen, Lieferung nebenher, 10 bis 30 Bestellungen am Tag: orderbird PRO mit Online-Bestellmanager oder Lightspeed mit Deliverect. Die Kasse bleibt die Gastro-Kasse, die Portale hängen dran. Was orderbird komplett kostet, mit Kartengebühren, steht hier.
Imbiss oder Café mit unter 5 Portalbestellungen am Tag: Tablet und abtippen. Ernsthaft. Der Rechner oben sagt dir, dass die Anbindung bei dem Volumen mehr kostet als sie spart. Sobald die Zahl steigt, ready2order plus Deliverect oder gleich SIDES Basic.
Aus der Praxis: Der Kassenwechsel passiert nie zum richtigen Zeitpunkt, weil es den nicht gibt. Wer im Januar wechselt, hat im Januar Ruhe zum Einlernen. Wer im Dezember wechselt, hat Weihnachten. Wie ein Wechsel im laufenden Betrieb aussieht, ohne dass der Service kippt.
Mein Urteil
Direkte Schnittstelle
Ab 5 Portalbestellungen am Tag. Bei 20 am Tag kostet das Abtippen rund 208 € im Monat, mehr als fast jede Anbindung.
Middleware
Zweiter Vertrag, zweiter Support, zweite Kündigung. Nur, wenn du deine Kasse behalten willst und Lieferung nebenher läuft.
FAQ: Kassensystem für Lieferservice
Welches Kassensystem hat eine Lieferando-Schnittstelle?
Direkt: SIDES, POSSUM, LINA, primasello, SmartKasse24, order smart. Über Deliverect: orderbird PRO, Lightspeed Restaurant, ready2order. Stand September 2026.
Was kostet ein Kassensystem für den Lieferservice?
Von 74 € (SIDES Basic mit Anbindung) über 75,70 € netto (ready2order komplett, Deliverect extra) und 99,90 € netto (orderbird PRO S, Bestellmanager extra) bis 399 € (SIDES Pro mit Fahrer-App). Stand 25.09.2026, siehe Tabelle oben.
Was ist Deliverect?
Eine Middleware, die Bestellungen von Lieferando, Wolt und Uber Eats einsammelt und an die Kasse übergibt. Nötig bei Kassen ohne eigene Portal-Schnittstelle. Preise nur auf Anfrage; Drittquellen nennen rund 49 bis 99 € je Standort im Monat.
Ab wie vielen Bestellungen lohnt sich die Schnittstelle?
Bei 20 Bestellungen am Tag, 1,5 Minuten je Bestellung und 16 € Stundenlohn kostet das Abtippen rund 208 € im Monat. Darunter liegt fast jede Anbindung. Unter 5 Bestellungen am Tag reicht das Tablet.
Lohnt sich ein eigener Webshop statt Lieferando?
Bei 13 % Provision und 25 € Bestellwert ab etwa 21 Bestellungen im Monat (Shop für 69 €) oder 74 Bestellungen (SIDES Web für 239 €). Reichweite bringt der Shop nicht, dafür gehören dir die Kundendaten.