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Kassensystem ohne monatliche Kosten 2026: Was 0 € Grundgebühr wirklich kostet

„Ohne monatliche Kosten“ ist eine ehrliche Aussage und trotzdem eine Falle. Die Software kostet nichts, die Kartenzahlung kostet 1,39 Prozent von allem. Bei 2.000 € Kartenumsatz im Monat sind das 28 €, weniger als jedes Abo. Bei 20.000 € sind es 278 €, mehr als die meisten Abos. Die Frage ist also nicht „gratis oder Abo“, sondern „ab welchem Kartenumsatz kippt es“. Hier die Rechnung, mit den Preisen von heute.

Von Roelof Hulshof, Koch · Stand 25. September 2026
Kassen · Preise nachgerechnet · Keine Partnerlinks zu Kassensystemen

Die zwei echten 0-€-Systeme

Posten SumUp Kasse PayPal Zettle
Software pro Monat 0 € (Basis) · Kassensystem Plus 49 € zzgl. MwSt. mit Raumplänen, Buchhaltungs-Sync, Barcode-Scan 0 € (Zettle Go)
Kartengebühr 1,39 % alle Karten · mit „Zahlungen Plus“ (19 €/Monat) 0,79 % auf inländische Karten · SumUp-Karte 0 % · Online-Zahlungen 2,5 % 1,39 % alle Karten
TSE in den Gebühren enthalten ohne monatliche Gebühr
Hardware einmalig Kasse 249 € (regulär 399 €) · Starter-Kit mit Bondrucker 549 € · Komplett-Set mit Schublade 599 €; Ratenkauf ab 90 € möglich Kartenleser ab 29 € (Erstgerät), Zusatzgerät 79 € · Terminal 199 € · Shop-Kits ab 229 €; alle netto
Laufzeit keine keine
Individueller Tarif ab 10.000 € Kartenumsatz im Monat auf Anfrage auf Anfrage

Quellen: sumup.com/de-de/preise und /kassensystem, zettle.com/de/kosten, abgerufen am 25.09.2026. SumUp nennt Hardwarepreise netto und brutto, Zettle netto.

Rechne mit deinem Kartenumsatz

Trag ein, was bei dir im Monat über Karte läuft. Der Rechner zeigt die laufenden Monatskosten für die zwei Gratis-Systeme und drei Abo-Kassen zum Vergleich. Hardware ist einmalig und bleibt draußen, Bargeld kostet bei keinem etwas.

    Annahmen: SumUp Basis 0 € + 1,39 %. SumUp Zahlungen Plus 19 € + 0,79 % (gilt für inländische EC- und Kreditkarten; Premium- und Auslandskarten bleiben bei 1,39 %, hier vereinfacht mit 0,79 % gerechnet). Zettle 0 € + 1,39 %. orderbird MINI Jahreslizenz 24,99 € + 1,29 % (Mitte der Spanne 1,09 bis 1,49 %). ready2order 35,90 € + TSE 15,90 € + Gastro-Paket 23,90 € netto + readyPay 1,23 %. Alle Preise Stand 25.09.2026 von den Anbieterseiten.

    Wo es kippt

    • SumUp Basis gegen SumUp Zahlungen Plus: 19 € Abo gegen 0,6 Prozentpunkte weniger Gebühr. Break-even bei rund 3.200 € Kartenumsatz im Monat. Wer darüber liegt, zahlt mit Plus weniger, und das ist derselbe Anbieter, also kein Wechsel.
    • SumUp gegen orderbird MINI (Jahreslizenz): 24,99 € Lizenz gegen 0,1 Prozentpunkte. Break-even erst bei rund 25.000 € Kartenumsatz. Bis dahin ist die Gratis-Kasse günstiger. Der Grund, MINI zu nehmen, ist also nicht der Preis, sondern das Gerät mit Bondrucker und Scanner in einem. Was orderbird komplett kostet, steht hier.
    • SumUp gegen eine Abo-Kasse mit 75 € Grundpreis und 1,23 %: Break-even bei rund 47.000 € Kartenumsatz. Für einen Betrieb mit Tresen ist das nie der Fall. Für ein Restaurant mit Tischservice ist die Rechnung trotzdem falsch, weil dort nicht die Gebühr entscheidet, sondern die Funktionen.

    Was dir bei 0 € fehlt

    Ich sage es, wie es ist: Für einen Tresenbetrieb fehlt dir nichts. Kaffee, Kuchen, Döner, Marktstand, Foodtruck, Pop-up. Artikel antippen, Karte hinhalten, Bon drucken, Tagesabschluss. Das können beide Systeme, und die TSE ist drin.

    Sobald ein Gast sitzt, wird es eng. Was bei den Gratis-Kassen fehlt oder Aufpreis kostet:

    • ✕ FehltTischplan und Raumpläne. Bei SumUp erst im Plus-Abo für 49 € netto. Damit bist du bei den Kosten einer Abo-Kasse.
    • ✕ FehltBons in die Küche nach Gängen, Splitten der Rechnung nach Personen und Positionen. Das ist Kern jeder Gastro-Kasse und Randfunktion jeder Tresen-Kasse.
    • ✕ FehltLieferportal-Anbindung. Keine der beiden holt Lieferando-Bestellungen in die Kasse. Welche Kassen das können, steht im Lieferservice-Vergleich.
    • ✕ FehltWarenwirtschaft und Wareneinsatz. Bestände, Rezepturen, Einkaufspreise: nicht vorgesehen. Warum der Wareneinsatz der größte Hebel im Betrieb ist, steht hier.
    • ✕ FehltSupport im Service. Wenn Samstag um 20 Uhr der Drucker streikt, gibt es bei 0 € Grundgebühr keinen, der ans Telefon geht. Du zahlst den Support mit deiner Zeit.
    • ✕ FehltDer Kartenleser-Zwang. Beide Systeme verdienen an der Kartenzahlung, also nehmen sie nur ihre eigene. Einen günstigeren Acquirer kannst du nicht anschließen. Bei 1,39 % ist das bis etwa 10.000 € Kartenumsatz egal, darüber wird der individuelle Tarif zur Pflichtaufgabe.

    Einmal kaufen und nie wieder zahlen?

    Die klassische Registrierkasse mit Hardware-TSE gibt es noch, und sie kostet einmalig. Aber: Das TSE-Zertifikat hat eine begrenzte Laufzeit und muss erneuert werden, jede Kasse muss beim Finanzamt gemeldet sein, und Kartenzahlung kostet bei jedem Anbieter eine Gebühr je Transaktion. Seit der Kassensicherungsverordnung gibt es keine legale Kasse mehr ohne laufende Kosten. Es gibt nur Kassen, bei denen die laufenden Kosten in der Kartengebühr versteckt sind, und Kassen, bei denen sie auf der Rechnung stehen. Was die TSE-Pflicht 2026 konkret verlangt.

    Keine legale Kasse ohne laufende Kosten.

    Für wen was

    Neueröffnung mit knapper Kasse, Tresenbetrieb: SumUp oder Zettle. Hardware 29 bis 249 €, keine Laufzeit, keine Fixkosten. Wenn der Betrieb in drei Monaten nicht läuft, hast du keinen Zwölfmonatsvertrag am Bein. Das ist bei einer Gründung mehr wert als ein Zehntelprozent.

    Tresenbetrieb über 3.000 € Kartenumsatz: SumUp mit Zahlungen Plus. 19 € im Monat, dafür 0,79 %. Rechnet sich ab dem ersten Monat über der Schwelle.

    Tischservice, egal welcher Umsatz: Abo-Kasse. Nicht wegen der Gebühr, wegen Tischplan, Gängen, Splitten und Support. Welche, steht im Kassensystem-Vergleich mit allen Preisen.

    Aus der Praxis: Mehr Gründer scheitern an einem zu teuren Kassenvertrag als an einer zu einfachen Kasse. Fang klein an. Der Wechsel nach oben ist immer möglich, der Wechsel nach unten kostet die Restlaufzeit.

    Mein Urteil

    ✓ Lohnt sich

    Tresenbetrieb

    SumUp oder Zettle für Gründungen mit knapper Kasse: keine Laufzeit, keine Fixkosten, TSE drin.

    ✕ Haken

    Tischservice

    Tischplan, Gänge, Splitten und Support fehlen. Hier gehört eine Abo-Kasse hin, wegen der Funktionen, nicht wegen der Gebühr.

    FAQ: Kassensystem ohne monatliche Kosten

    Welches Kassensystem hat keine monatlichen Kosten?

    SumUp Kasse (Basis 0 €, 1,39 %, TSE enthalten) und PayPal Zettle (App kostenlos, TSE ohne Monatsgebühr, 1,39 %). Hardware einmalig: SumUp Kasse 249 €, Zettle Reader ab 29 € oder Terminal 199 €. Stand September 2026.

    Ab welchem Umsatz ist ein Abo günstiger?

    Gegen SumUp Zahlungen Plus ab rund 3.200 € Kartenumsatz im Monat. Gegen orderbird MINI erst ab rund 25.000 €. Gegen Abo-Kassen mit 75 € Grundpreis und 1,23 % ab rund 47.000 €.

    Ist die TSE enthalten?

    Ja, bei SumUp in den Gebühren, bei Zettle ohne Monatsgebühr. Die Kassenmeldung ans Finanzamt über ELSTER bleibt deine Aufgabe.

    Was fehlt bei 0 €?

    Tischplan (SumUp: 49 € Plus-Abo), Gänge und Splitten, Lieferportal-Anbindung, Warenwirtschaft, Telefon-Support im Service, freie Wahl des Kartenanbieters.

    Kann ich eine Kasse einmalig kaufen?

    Ja, aber TSE-Zertifikat, Kassenmeldung und Kartengebühren bleiben laufende Posten. Eine legale Kasse ganz ohne laufende Kosten gibt es nicht mehr.

    Transparenz: Auf dieser Seite gibt es keine Partnerlinks zu Kassensystemen. Preise von sumup.com, zettle.com, orderbird.com und ready2order.com, Stand 25.09.2026.

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